Abgesagt: Une théorie féministe de la violence

Françoise Vergès | Vortrag 

Der offizielle Sprachgebrauch über die Gleichstellung der Geschlechter ist ein eigentliches Repertoire der Gewalt: Belästigung, Vergewaltigung, Misshandlung, Femizid. Die Wörter stehen für eine bittere Realität. Aber verdecken sie nicht auch eine andere Realität, in der Gewalt mithilfe des Staats ausgeübt wird?

In ihrem neusten Werk, das Anfang November 2020 erscheint (éditions La Fabrique), prangert Françoise Vergès die sicherheitsorientierte Wende im Kampf gegen Sexismus an. Durch den Fokus auf den «gewalttätigen Mann» werde es versäumt, die Gründe für die Gewalt zu hinterfragen. Für die Autorin steht fest: Rassenkapitalismus, ultrakonservativer Populismus, die Vernichtung des Südens durch imperialistische Kriege und Plünderungen, Millionen Flüchtlinge und Inhaftierungswellen stellen die Männlichkeit in den Dienst einer Politik des Todes. Gegen den aktuellen Trend hält uns Françoise Vergès dazu an, die Bestrafungswut des Staates zugunsten einer opferorientierten Justiz abzulehnen.

Die antirassistische Feministin und Präsidentin des Verbands «Décoloniser les arts» (Kunst dekolonisieren) Françoise Vergès ist Autorin mehrerer englisch- und französischsprachiger Bücher und Artikel über die koloniale Sklaverei, den Feminismus, die Wiedergutmachung und das Museum.

Anlass in französischer Sprache.

In Zusammenarbeit mit Belluard Bollwerk
Freier Eintritt

*Die Veranstaltung findet statt, falls es die aktuelle sanitäre Lage ermöglich (eine Anmeldung ist erforderlich).
Informationen: +41 26 323 23 51 / info@fri-art.ch


photo © Roberto Frankenberg pour «Libération»

 © Roberto Frankenberg pour «Libération»