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Artist(s)
Claudia Comte

Wie der Titel der Ausstellung sehr direkt in Erinnerung ruft, spielt Claudia Comte mit den fundamentalen Elementen des mathematischen Systems kartesianischer Koordinaten, um den Betrachter und die Betrachterin an Bord zu nehmen. Die flache Bildfläche unserer Vorstellung der Welt wird zum gefalteten Dekor. Die Künstlerin verdichtet in dieser Ausstellung einige ihrer Recherchen und gibt uns Lösungen möglicher Assemblagen für ihre verschiedenen Methoden. Diese sind bei weitem nicht so disparat wie ihre Vielfalt der Produktion denken lässt. Der Parcours umfasst (in dieser Reihenfolge) Malereien auf perforierten Platten, Skulpturen, Wandmalereien, installative Elemente und ein Video. Ohne den Aspekt einer Produktionsweise der Objekte im low tech oder sogar ätzend retro-futuristisch und handwerklich zu verbergen, erlaubt ihre Abfolge in drei Phasen den Besuchenden, den Blick darüber hinaus zu richten.

Die Tondi auf den von der Künstlerin selber gebauten Gerüstkomplexen sind Unterlagen für einen einfachen Pinselauftrag. Ein rigides Raster in Form einer minutiös auf die Holzflächen gezeichneten Quadrierung wird grob mit der Kreissäge durchbrochen. Eine kunstvolle Gitterstruktur dient als Grundlage für eine Wandmalerei, die anschliessend in willkürlicher und entgegenwirkender Weise durch simple Lichteffekte überlagert wird. Die offensichtlich zufällige Wiederholung eines skulpturalen Motivs lässt dieses leicht variieren. Es gleitet von der Referenz an die jüngere Geschichte der Skulptur in die Codes des Comics ab. Auf Wellblechen zerschneiden vertikale Muster die Hintergrundbilder von Fjordlandschaften. Die Tiefe der ebenen Sequenz rivalisiert mit der geometrischen Erhebung in schwarzer Glätte. Von Anfang bis Ende lässt uns die Künstlerin in eine Achterbahn steigen und zwingt uns genüsslich in gleichförmige Effekte eines Auf und Ab. Claudia Comte hält uns boshaft ein Allerweltsdekor hin, ganz so, als ob wir es selber herstellen könnten, um dann zu entschlüpfen und ihr zu folgen. [Samuel Gross]

MIT DER UNTERSTÜTZUNG VON Loterie Romande, Kanton Freiburg, Agglomeration Freiburg, Migros Kulturprozent, Ernst Göhner Stiftung, Affaires culturelles de l'État de Vaud.

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