Ein Videoprogramm von jungen Schweizer Künstlerinnen und Künstlern, die genussvoll die mehr oder weniger verführenden Oberflächen unserer Konsumwelt, des sozialen Treibens und der Popkultur vermessen.

Chloé Delarue & Lauren Huret:
Soucougnans, 2014-2015
6’33”, HD Video, Farbe, Ton
Musik: Antoine Bellini, Chloé Delarue, Lauren Huret

Durch direkte Bezüge auf einen vampirartigen bösen Geist der Antillen erhöht Soucougnans das Bild zu einer illusorischen, nie zu erreichenden Form, zur Wunsch- oder Wahnvorstellung der Desinkarnation.
Originalversion des Videos: Chloé Delarue, Total Re Training, 2013. Soucougnans ist eine Zusammenarbeit von Chloé Delarue, Lauren Huret und Antoine Bellini und basiert auf den Roh lmmaterialien der Ausstellung Synallagma im Genfer Espace Quark.

Tobias Kaspar:
Black Noire, 2014
17’, HD Video, Farbe, Ton
Courtesy Galerie Peter Kilchmann, Zürich

In seiner Arbeit erkundet Tobias Kaspar die Kontaminierung der Realität durch die Fiktionen der Werbung. Sein besonderes Interesse gilt dabei der Mode und den durch die marketingbasierte Industrie hervorgebrachten Metonymien. Für Black Noire lmt er die Regale einer Luxusboutique in Rom. Die Artikel befinden sich noch im Stadium der reinen Ware, sind noch ohne ‚Story’ – abgesehen von den Etiketten mit den Namen ihrer Schöpfer und ihrer Anordnung in einem Raum, der doch bereits jenes Begehren weckt, das ein Modegeschäft erst ausmacht.

Miriam Laura Leonardi:
Bleta Jahaj, 2014
3’49”, HD Video, Farbe, Ton

Eine doppelte Jagdszene im Schwarzwald, ge lmt mit subjektiver Kamera. Die Jagd der Künstlerin nach Bildern, bei der sie ihre Künstlerfreundin Bleta Jahaj wie ein lauerndes Tier inszeniert, vermischt sich mit der Jagd ihres Cousins, der ein Reh ausnimmt und dabei die Technik der Hetzjagd erläutert. Die Tonspur stammt aus L’Enfer, einem unvollendeten Langspielf- ilm von Henri-Georges Clouzot.

Tiphanie Kim Mall:
Kunming, 2014
16’32”, HD Video, Farbe, ohne Ton

Mit Hilfe einer kleinen Drohne lmt Tiphanie Kim Mall ein Einkaufszentrum in China. In einer synthetischen Geste der Liebkosung erwandert der Apparat ein Labyrinth aus Rolltreppen, leckt über Lichter und spiegelnde Ober ächen und schafft durch gewisse Perspektiven kaleidoskopische Effekte. Eine sedierend-psychedelische Irrfahrt durch ein allzu reales Territorium.

Yves Scherer:
Cry me a River, 2015
4’48”, HD Video, Farbe, Ton

In diesem Video, das an die Versuche der sogenannten YouTuber erinnert, zu einiger Bekanntheit zu gelangen, inszeniert sich Yves Scherer zusammen mit zwei Fre- unden vor dem tropischen Dekor einer thailändischen Insel. Gemeinsam interpretieren sie voller Inbrunst den Song “Cry me a River” von Justin Timberlake. Die Inspiration zu jener ‘Postkarte aus dem Paradies’, die geschickt auf den Wellen des Pop und der Sentimen- talität reitet, zog der Künstler aus einem gescheiter- ten Liebesurlaub.

Brian Tornay:
Walkin’, 2015
4’45”, Black Magic Cinema Pocket Video, Farbe, Ton Musik: Vincent Lagadrillière, Adam Wyroslawski

Anhand des simplen Dispositivs einer fixierten Kamera, die auf die Straße gegenüber einer Kirche aus- gerichtet ist, studiert der Freiburger Brian Tornay das Konzept des Bildfeldes. Er fängt die zufälligen Bahnen jener Passanten ein, die seinen Kader betreten. Werden sie in die Kapelle gehen oder ihren Weg fortsetzen? Der Bildausschnitt lässt dabei Raum für Imagination – eine poetische Anspielung an Das Fenster zum Hof von Hitchcock

Diese Ausstellung wurde unterstützt von:

Agglomération de Fribourg
Canton de Fribourg
Loterie Romande
Ville de Fribourg
Pro Helvetia, Fondation suisse pour la culture
Fondation Nestlé pour l’art
Migros pour-cent culturel

Artist Information