L'évasion

Artist(s)
Pierre Ardouvin

In der Welt von Pierre Ardouvin besteht die Evasion, die Flucht, wahrscheinlich in dem, was nicht geschieht: Unaufhörlich spielt sein Werk mit der Abgeschiedenheit, dem Gefangensein, physischen Grenzen und existenzieller Ausweglosigkeit. Reiseunternehmen sind eifrig bemüht, uns die Flucht zu verkaufen, sobald sich ein freier Tag am Horizont abzeichnet: Das Glück gewöhnlicher Menschen liegt demnach im Wegfahren, das Gefängnis wiederum im Alltäglichen, in den Träumen im Postkartenformat und gedanklichen Sackgassen.

In den Zeichnungen und Aquarellen von Pierre Ardouvin, der mit verschiedenen Medien arbeitet, birgt das Traumhafte zugleich auch einige Grausamkeiten. Die Spaziergänge mit dem Hund führen an den Rand eines Abgrunds, auf den Wänden in den Kinderzimmern ziehen Unwetter auf, und die Sternenhimmel beleidigen mit ihren Konstellationen die Träumenden. 

Der Künstler beweist ein gewisses Einfühlungsvermögen für die Glücksrezepte der unteren Schichten, wie sich in dem geblümten Sofa, der Kirmes und dem Varieté zeigt, die in diesem Universum einen besonderen Platz einnehmen, ebenso wie die auf die Wände gesprühten Texte, die zerknitterten Sonnenuntergänge und die ausgebrannten Autos – als solle daran erinnert werden, dass sich das Klima in diesem La-La-Land der Mittelschicht als verheerend erweisen könne. Hier eine zu schmale Straße, dort ein Benzinkanister auf einem Weg, ein Strudel im Wasser oder auch das weise neben perlmuttfarbene Wolken geschriebene Wort « Suizid ». Mikrokosmos kontra Wüste. Die Sorglosigkeit des Vertrauten kehrt sich um und offenbart ihr widerliches Potenzial, in der Androhung einer Katastrophe, der jegliches Spektakuläre abgeht.

MIT DER UNTERSTÜTZUNG VON Loterie Romande, Agglomeration Freiburg, Kanton Freiburg, Migros Kulturprozent.

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