«Lapses» trägt die Fragmente eines Ganzen zusammen, das unwiderruflich dem Gesichtsfeld entgleitet und dazu anregt, im Geiste Bilder heraufzubeschwören, dabei aber immer über das Fehlende, die Möglichkeit des Verschwindens wie auch des Auftauchens, nachzudenken. Das fehlende, trotzdem aber zentrale Objekt darin ist das Format des Films in seiner Vollendung und Vielseitigkeit; vielleicht, weil der Film ebenfalls eine «Kunst, Geister heraufzubeschwören* » ist, und sich diese Ausstellung rund um verschiedene Geisterbilder herum anordnet. Anonyme Fotografien, von Céline Duval subjektiv in einen Zusammenhang gesetzte Familienfotos, fokussieren sowohl auf die Vorstellung des Vergessenen an sich, aber auch auf die Szenen, die wir vorgesetzt bekommen. Obwohl er die vollendete Form beinahe systematisch umgeht, steht der Film in den Arbeiten von Gabriel Lester im Zentrum: Die Installationen ähnelnden Filmsequenzen liefern den Betrachtenden der Unbestimmtheit des unfertigen Dekors und bruchstückhafter Filme aus. Die Werke von Marcelline Delbecq widmen sich der Schrift, der Text wird geschrieben oder von der Stimme, das Organ des Unsichtbaren schlechthin, getragen: Dabei handelt es sich um ihre eigene Stimme oder die Stimmen anderer(Kim Gordon, Elina Löwensohn), die Sequenzen umsetzen, in denen sich Offenbartes und Geheimnisvolles treffsicher die Waage halten. Die Form der Literatur an sich enthält diese Spannung, dieses Gleichgewicht und literarische Universen durchdringen diese Ausstellung an verschiedenen Orten: In den fragmentarischen Installationen von Dagmar Heppner in Form von Evokationen oder indem die Literatur Werkstoff wird wie in den Werken von David Hominal. Die subtile Verwendung von Ausradierungen und Erscheinungen fördert ein Bewusstsein in der Schwebe, die Projektion auf das Unsichtbare des Imaginären.

*Jacques Derrida in Ghost Dance, ein film von Ken McMullen, 1983

MIT DER UNTERSTÜTZUNG VON Loterie Romande, Coriolis Promotion, Staat Freiburg, Migros Kulturprozent, Ernst Göhner Stiftung, Ressort Kultur Basel-Stadt, Mondriaan Foundation.

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