KLANG HALLE Hörprogramm

Die HTA (Hochschule für Technik und Architektur Freiburg) und die Kunsthalle Fri Art laden Sie am Freitag, 7. September, ab 18 Uhr herzlich zur Eröffnung einer ephemeren Architektur und eines Hörsaals ein.
Der Anlass findet in der Kunsthalle statt.

Im Rahmen einer zweiten Kooperation zwischen der Kunsthalle und der Hochschule für Technik und Architektur (HTA) entwickelt eine Gruppe von Studierenden eine vergängliche Konstruktion. Unter Anleitung von Prof. Hani Buri wird das Projekt speziell für den Vorplatz des Gebäudes von Fri Art entworfen und umgesetzt.

Das Erdgeschoss der Kunsthalle verwandelt sich in einen Hörsaal der besonderen Art. In dem dafür konzipierten Raum, mit über 20 verteilten Lautsprechern und einer massgeschneiderten Raumakustik, wird eine aussergewöhnliche Hörerfahrung möglich. Neben Live-Konzerten (am 7. September) wird auch ein Programm von aufgezeichneten elektronischen und elektroakustischen Musikstücken zu hören sein.
Der Hörraum wurde von Studierenden der HTA und dem Tontechniker und Klangkünstler Bernhard Zitz entwickelt und gebaut.

8. - 16. September : : Öffnungszeiten und Eintrittspreise wie gewöhnlich
Während neun Tagen können Sie sich im «Akusmonium» ein Klangprogramm historischer und zeitgenössischer Musikaufzeichnungen anhören. Der Raum
wurde geschaffen von Studierenden der HTA und dem Tontechniker und Klangkünstler Bernhard Zitz.
 

Félicia Atkinson (FR)
Vegetations, 2017, 17:55 Min.

Die französische Musikerin (*1981) verspinnt hier gekonnt die Fäden sehr unterschiedlicher musikalischer Welten, die von elektronischer Musik über Noise, Ambient, die Avant-Garde der 1960er Jahre bis zur elektroakustischen Musik reichen. Vegetations ist ein subtiles, luftiges Panorama, dessen stille Passagen ebenso wichtig sind wie die hörbaren. Auf feine, hallende Klaviernoten folgen elektronische Klänge mit delikatem Feedback, verziert durch ausgedünnte Intervalle der Stille – eine Träumerei auf den Spitzen eines Grashalms im Wind, vor der unendlichen Weite des australischen Himmels.
Das Stück entstand in den Bundanon Trust Residencies im australischen Illaroo. Nach seiner Uraufführung 2017 in der Blindside Gallery Melbourne wurde es im Mai 2018 auch im Luzerner Raum für Kunst präsentiert.
Félicia Atkinson ist Mitbegründerin der Edition Shelter Press, die auch Bücher über zeitgenössische Musik und Kunst publiziert.

Claude Ballif (FR)
Points, Mouvements, 1962, 10’22’’
4-Kanal
Claude Ballif (1924-2004) positionierte sich jeweils abseits der Strömungen und Schulen. Als Komponist, der zu seinem Glauben stand, schuf er mehrere geistliche Werke. Während seiner Zeit am GRM (von 1959 bis ’63) komponierte er zwei Stücke für Tonbänder, darunter Points, Mouvements, ein schönes Werk Konkreter Musik, in dem sich Emotionen und Subtilitäten und die Rauheit des Materials aus dem es hervorkommt vereinen.

François Bayle (FR)
Morceaux de Ciels, 1996, 25:26 Min.
8-Kanal
Als Erfinder des Akusmoniums (siehe oben) ist François Bayle (*1932) vielleicht die wichtigste Figur in diesem Programm. Bayle imaginierte seine musikalischen Kompositionen als Suiten, Parcours oder utopische Initiationen. Hier suggeriert die Komposition das Universum des Himmels, seine atmosphärischen Querschläger, Räume, Lichter und Farben in immer neuen akusmatischen Metaphern. „Ich widme diese Meditation zum Mysterium der Qualitäten und Farben meinen Lehrmeistern der Sechziger Jahre, Karlheinz Stockhausen und Olivier Messiaen.“ F.B.
Morceaux de Ciels entstand 1996 im Auftrag des französischen Kulturministeriums, anlässlich des fünfzigjährigen Jubiläums der Konkreten Musik.

Henri Chopin (FR)
La Poésie Sonore Du Plus Loin Que Le Verbe Et Toujours Pour Lui, 1982, 8:37 Min.
Jeux de présence, 1982, 6:01 Min.
Mehrspurige Stereoadaption
Henri Chopin (1922-2008) zählt zu den zentralen Figuren der Lautpoesie. Als einer der ersten benutzte er Tonbandgerät und Mikrofon als poetische Produktionsmittel (nicht nur zur Aufnahme) und wurde zu einer Art Maschinen-Mensch – eingewickelt in seine Tonbänder und stets im produktiven Dialog mit dem Recorder, um leiseste Mikropartikel der Stimme und des Körpers freizulegen und zu verstärken.

Obwohl Guillaume Apollinaire oder auch René Ghil den Gebrauch von Medientechnologien bereits vor über 100 Jahren vorhersahen, begannen Dichter erst in den 1950er Jahren, Tonbandgeräte und andere Tontechnologien zu nutzen, um die menschliche Stimme und Sprache zu manipulieren und neu zu erfinden. Zur Definition seiner spezifischen Technik, die Medientechnologien als poetische Ausdrucks- und Schaffensmittel einbezog, prägte Chopin den Begriff Lautpoesie („zwei Substantive: eine Poesie + ein Laut“, Henri Chopin). Marc Matter, übers. MG

Dimitri Coppe (BE)
Hg 80, 2018, 19:40 Min.
8-Kanal
Dimitri Coppe (*1969) kondensiert in Hg 80 Elemente einer laufenden Recherche über Intervalle, Dichte und die Dynamik des Raums, in der auch Knoten und geografische Mängel eine Rolle spielen.
Seit Ende der 1990er Jahre konzentriert sich seine Arbeit auf öffentliche Multicast-Übertragungen. Er betrachtet sein multiphonisches Kompositionsstudio als Musikinstrument, in dem er musikalische Vorgehensweisen vertieft, die sich auf die Energie von Klangereignissen stützen. Ausgehend von verformbaren Klangspuren entwickelt er auditive Formen und setzt ihr dynamisches Verhalten im Raum um.

Cosey Fanni Tutti (UK)
Licking The Juice, 2006, 5:20 Min.
4-Kanal
Die Musikerin, Künstlerin und Performerin Cosey Fanni Tutti
(*1951) war Gründungsmitglied des Musik- und Performancekollektivs COUM Transmissions (1969), der Band Throbbing Gristle (1976) und war in der Pornoszene aktiv. Seit über 40 Jahren erkundet sie Möglichkeiten am Schnittpunkt verschiedener Genres.
Licking The Juice, entstanden 2006, ist eine elektronische Produktion mit industriellen Klängen.

Feldermelder (CH)
“ 24 minutes * 24 speakers ” – Shading Architectures

Feldermelder (*1979) begann Ende der 1990er Jahre im Fri-Son als DJ und Musikpromoter. Seine Passion für elektronische Musik und Computer geht auf die Ära des Amiga 500 zurück. Nach Jahren des Experimentierens beruhen seine Kompositionen häufig auf Formeln, die mit variierenden Inspirationen gemischt werden – kraftvolle Klanglandschaften, Dancefloor-Beats oder dekonstruierte Grindcore-Riffs. Indem er analoge Klangquellen mit der Computertechnik kombiniert, kultiviert Feldermelder einen Sound an der Schnittstelle zwischen digitaler und realer Welt.

Bernard Heidsieck (FR)
Biopsies 4 „Mais oui, mais oui“, 1:16 Min. / Biopsies 6 „Stratimélo“, 2:04 Min. / Biopsies 8 „Qui je suis en une minute“, 1:59 Min. 1966-67
Mehrspurige Adaption
Bernard Heidsieck (1928-2014), einer der Gründer der Lautpoesie, entschied ab den 1950er Jahren mit der geschriebenen Dichtung zu brechen und das Buch aufzugeben. Einer passiven Poesie stellte er eine aktive gegenüber – eine „aufrechte“, nach seinen eigenen Worten – die er Aktionspoesie nannte. Immer wieder erfand er im Lauf der Jahre sein Schreiben neu, um unseren Alltag und unser soziales, politisches oder auch wirtschaftliches Leben wiederzugeben, in seinen zentralen Ereignissen wie in seiner extremen Banalität. 1955 entstanden seine ersten Poèmes-Partitions, denen zwischen 1966 und 1969 eine Reihe von Biopsies folgte. Diese kurzen Gedichte gehen von Elementen aus, die nicht dem menschlichen, sondern dem sozialen Körper entnommen sind: Sie setzen die Alltagserfahrung unserer sozialen und politischen Umgebung in Szene und machen sich in lebendiger, gewandter Sprache darüber lustig.

Kassel Jaeger (FR)
Rituel de la Mort du Soleil, 2011-13, 42’18 Min.
8-Kanal

Das Rituel lässt die Tages- und Nachtenergien eines Sommermoments zusammentreten. Sowohl hell als auch dunkel, besteht diese üppige, luxuriöse Komposition der Fülle aus organischem Summen und Kribbeln, das bisweilen in eisige Mechanik zerfällt. Kassel Jaeger verbindet die Tradition der konkreten und elektroakustischen Musik mit den Praktiken des Field Recording und der abstrakten Noise-Recherche.
Kassel Jaeger
(*1981) ist Musiker, Komponist, künstlerischer Leiter der INA-GRM und Moderator der Sendung L’Expérimentale auf France Culture.

Olivier Messiaen (FR)
Timbres-durées, 1952, 15 Min.
Mehrspurige Adaption
Olivier Messiaen (1908-1992) spielte eine fundamentale Rolle in der Entwicklung der seriellen Musik – einem eng mit der Darmstädter Schule verbundenen Genre, in dem alle Parameter (Höhen, Längen, Intensitäten, Timbres) in Serie oder als unabhängige Klangobjekte bearbeitet werden. Er begeistert sich für die griechische Metrik, Choräle und indische Rhythmen ebenso wie für Vogelgesänge, die er zu transkribieren versuchte. Zu seinen Schülern zählten Pierre Henry und Pierre Boulez, die Gründer der GRM, sowie Iannis Xenakis und Karlheinz Stockhausen.
Timbres-durées ist ein konkretes Musikstück für Tonband und eines der ersten Experimente zum elektroakustischen Raumklangeffekt.

Phill Niblock (US)
Vlada BC, 2013, 20 Min.
Mehrspurige Adaption
Niblocks Musik (*1933) ist eine Erkundung klanglicher Texturen aus sehr dichten Akkorden, für die gewöhnlich Mikrointervalle über eine lange Dauer hinweg gespielt werden. Die Überlagerung einander aus tonaler Sicht nahestehender Noten erzeugt durch Resonanz nicht nur eine Vielzahl von Schallwellen und Harmonien, sondern auch andere überraschende psychoakustische Phänomene.
Niblocks musikalische Vorgehensweise kombiniert statische Klangtexturen, die extrem aktive Harmoniebewegungen auslösen. Sie steht im Kontext der minimalistischen Musik, die ab den 1960er Jahren besonders durch New Yorker Figuren wie Terry Riley oder Steve Reich verkörpert wurde.

Luigi Nono (IT)
La Fabbrica illuminata, 1964, 17 Min.
4-Kanal
Neben Boulez, Xenakis oder Messiaen zählte Luigi Nono (1924-1990) zu den Hauptvertretern der Darmstädter Schule. Er fiel besonders durch die offen politische Dimension seiner Arbeiten auf. So ist die Fabbrica illuminata den Arbeitern der Italsider in Genua gewidmet, einer Fabrik von Zylinderrollen, die aufgrund ihrer schwierigen Arbeitsbedingungen von Gewerkschaftern besetzt wurde. Das Stück ist weder blosse Beschreibung noch purer Protest. Es besteht aus einer im Innern der Fabrik mit einem Tonbandgerät aufgezeichneten Tonspur, einem abgemischten Frauenchor und elektronischen Texturen. Obwohl sie die Produktion überhaupt erst möglich gemacht hatte, wurde das Werk von der RAI nicht ausgestrahlt.

Stephen O’Malley (US-FR)
Petite Géante, 2009, 31:42 Min.
4-Kanal

Der Musiker Stephen O’Malley (*1974) gründete Sunn O))), deren kraftvolle, langsame Sequenzen saturierter Gitarren Anfang der 2000er Jahre zur Popularisierung der Drone Music beitrugen. Seitdem verfolgt er bisweilen sehr unterschiedliche Wege durch weitläufige Klangterritorien. Hier präsentiert er ein Stück mit komplexen Instrumentierungen aus Field Recording, E-Gitarre und diversen analogen Effekten. Noch immer in den Fussstapfen von Tony Conrad, Yoshi Wada oder auch des indischen Raga, produziert O’Malley lang gehaltene Noten, die miteinander vibrieren und dank des Raumklangeffekts für einen kurzen Moment lang isoliert erscheinen, bevor sie sich wieder vermischen.
Diese Aufnahme ist die erste Version eines Stücks, das für eine Klanginstallation mit 4 Spuren komponiert wurde (beauftragt durch und präsentiert im Henie Onstad Art Center, Oslo, im Jahr 2009).

Else Marie Pade (DK)
Glasperlespil I und II, 1960, 15 Min.
Mehrspurige Adaption
Else Marie Pade (1924-2016) war eine dänische Komponistin und Pionierin der elektronischen Musik. Die konkrete Musik entdeckte sie durch eine dänische Radiosendung, als sie aus dem Gefängnis entlassen wurde, wo man sie während des Krieges aufgrund ihrer antifaschistischen Aktivitäten in einem Frauenkollektiv in Haft hielt. Am Prinzip der konkreten Musik – der Kunst der festgelegten Klänge – schätzte sie den Einfluss einer ganz bestimmten Poesie, der sie in ihren Kindheitsträumen begegnet war. Sie trat in Kontakt mit Pierre Schaeffer, Boulez und Stockhausen und absolvierte eine Ausbildung in Darmstadt, wo sie sich in einer von Männern dominierten Welt einen Platz eroberte. Seit Beginn der 1950er Jahre arbeitete sie mit Technikern und Toningenieuren des dänischen Radios und produzierte konkrete Musikstücke, die sowohl als unabhängige Werke als auch zur Begleitung von Radiosendungen ausgestrahlt wurden.

Bernard Parmegiani (FR)
Capture éphémère, 1967, 12 Min.

Mehrspurige Übertragung
Capture éphémère wurde aus Klängen komponiert, die für eine Choreografie von Françoise und Dominique Dupuy auf elektronischem Trägermaterial aufgezeichneten wurden. Parmegianis (1927-2013) Werk artikuliert sich vor allem zwischen 1960 und De Natura Sonorum (1974), das bis heute als Referenzwerk der elektroakustischen Musik gilt und gleich mehrere Generationen von DJs beeinflusste. Seine produktiven und vielfältigen Aktivitäten wurden von seinem Know-how im Bereich der Aufnahme und des Tonschnitts bestimmt. Capture éphémère entstand ebenfalls in dieser Periode und trug massgeblich zur Bekanntheit eines der grössten Akteure der konkreten Musik bei. Ab 1970 interessierte sich Parmegiani zunehmend für formale Dimensionen der Musik und den philosophischen Gedanken der Momentaufnahme.

Joanne Robertson, UK
Cold Ash, 2018. Feat. Oliver Coates and Sean Nicholas  Savage
produced by Kool Music
Die englische Musikerin und Schöpferin eines sehr persönlichen Folkstils ist auch als bildende Künstlerin regelmässig in Kunstgalerien und -zentren präsent. Ihre neue Komposition Cold Ash ist eine melancholische Ballade, die in ihrer Machart als musikalisches Gedicht an den Expressionismus erinnert und von Robertsons Londoner Ururgroßmutter erzählt. 1880 ernährte diese ihre Familie durch Prostitution – bis ihr der Staat ihre Tochter wegnahm. Die vielschichtigen Dimensionen dieser Erzählung klingen musikalisch durch verschiedene Lautsprecher wieder, in denen sich Klavier, Gitarre und Stimme mit Samples und Field Recording vermischen.

Tim Shaw (EN)
Jarrow Slake, 2018, 17:04 Min.
4-Kanal
Shaws Field Recording entstand in Jarrow Slake, auf einem Stück Land am Ufer des Flusses Don im Nordosten Englands. Das Gelände beherbergt nebst einem Autolager von Nissan auch eine reiche Tierwelt und, von Zeit zu Zeit, lokale Fischer. Im schlammigen Flussufer tummeln sich viele Unterwasserlebewesen, die bei Ebbe auftauchen. Mithilfe von vier Unterwassermikrophonen nahm Shaw die dieses Gewässers auf.  in Die Aufzeichnung wurde in einer einzige Aufnahme gemacht und nur minimal bearbeitet.

Young Girl Reading Group (YGRG), Dorota Halina Gawęda (PL) und Egle Kulbokaite (LT)
Young Girl Reading Group on Berlin Community Radio (Trailer), 2014-18, 09:49 Min.
6-Kanal
Die 2013 in Berlin als Lesereihe feministischer Texte gegründete Young Girl Reading Group trifft sich jeden Sonntag um 19 Uhr an einem anderen Ort (Kunstzentrum, Café, etc.). Ihre Herausforderung besteht darin, den gelesenen Texten eine physische, gemeinschaftliche Dimension zu verleihen und Buch bzw. Text mit der Persönlichkeit der Leserin wie dem kollektiven Körper der Teilnehmenden zu verbinden. Die Young Girl der YGRG repräsentiert eine Mädchenfigur, die trotz ihres jungen Alters die mutige Entscheidung trifft, öffentlich feministische Texte vorzutragen und somit durch einen dezentralisierten Diskurs Rederecht für alle und jede_n einzufordern.
Der Trailer wurde nachträglich für eine Reihe von Lesungen produziert, die 2014 beim Sender Berlin Community Radio ausgestrahlt wurde. Dabei handelte es sich um eine kollektive Lesung des Science-Fiction-Buchs The Left Hand of Darkness (Ursula K. LeGuin), die von Musikstücken unterbrochen wurde. 2018 produziert aus früheren Aufnahmen von 2014, verweist der Trailer auf die Erinnerung an ein vergangenes Ereignis – in Form einer fiktiven Ankündigung. Durch einen massiven Einsatz von Echoeffekten wird dieses Gefühl einer durcheinandergeratenen Zeit weiter verstärkt.

Iannis Xenakis
Orient-Occident, 1960, 10:56 Min.
8-Kanal
Xenakis (1922-2001) komponierte Orient-Occident im Jahr 1960. Er frequentierte damals die GRM, mit der er bereits seit einem Jahrzehnt verbunden war. Seine elektroakustischen Stücke dieser Zeit standen stets im Einklang mit seinem instrumentellen Werk. Sie unterscheiden sich jedoch radikal von den Tonbandwerken seiner Zeitgenossen (Pierre Schaeffer, Pierre Henry, Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen, etc.) wie auch vom Universum der seriellen Musik, die damals die musikalische Avantgarde beherrschte.
Orient-Occident entstand für einen Film von Enrico Fulchignoni, der den Übergang einer Zivilisation in eine andere erzählte – von der Vor- und Frühgeschichte bis zu den Zeiten Alexanders des Grossen. Xenakis hat keine „illustrative“ Musik komponiert, aber das zugrundeliegende Erzählprojekt ist hier durchaus präsent. Einige Klänge sind sehr suggestiv und die stark nachhallende Atmosphäre zum Ende des Stückes erinnert an die späten Zivilisationen der Antike, die von einer gewissen Sinnlichkeit geprägt waren.
(Nach Makis Solomos)

Abendverlängerung:
Donnerstag, 13. September
Bis 22 Uhr
Bar !

Öffnungszeiten :
Mi - Do - Fr: 12 - 18Uhr
Sa - So: 13 - 18Uhr
Mo - Di: auf Voranmeldung

Vielen Dank an:
HEIA-FR / HTA-FR (Haute école d'Ingenierie et d'Architecture de Fribourg)
Bad Bonn
INA GRM
Bernard Parmegiani
François Bayle - Magison

Mit der Unterstützung von:
Ville de Fribourg
Agglomération de Fribourg
Canton de Fribourg
Loterie Romande
Migros Kulturprozent
Liip AG

 

Opening
07.09.2018 18:00
Artist Information